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´Vorkriegszeit` ? Russland und die deutschen Medien

Achtung: in der VHS – Saal im Rautenstrauch-Joest-Museum

05.02.2019 | 19:00

Gäste bei der Podiumsdiskussion:
Fritz Pleitgen, ehemaliger Auslandskorrespondent und langjähriger Intendant des WDR, Ulrich Teusch, freier Publizist, Stefan Korinth, Journalist und Sozialwissenschaftler.
Die Russland-Bilder in den hiesigen
meinungsbildenden Medien scheinen eher negativ. Warum ist dies so? Was lenkt den Blick der Medienmacher? Auch und gerade, wenn die politischen Beziehungen gespannt sind, ist eine ausgewogene Berichterstattung und die Abbildung diverser Meinungen besonders wichtig. In Russland treffen West und Ost sowie Okzident und Orient aufeinander und mit ihnen eine Vielzahl von Ethnien, Ideologien und Kulturen. Das allein bietet schon ein hohes Konfliktpotential, das im Zusammenhang mit geostrategischen Interessen mitunter noch bewusst geschürt wird. In den letzten Jahren kommt u. a. die Ukraine nicht zur Ruhe.

Stefan Korinth vereint Journalismus und Sozialwissenschaften miteinander und schreibt auf seiner Webseite: „Leider musste ich seit Beginn des Konflikts Ende 2013 feststellen, dass es in deutschen Medien in erschreckender Weise an Wissen über und Interesse an der Ukraine mangelt. Als Journalist bin ich aber noch mehr über die tendenziöse, irreführende und einseitig-parteiische Berichterstattung fast aller Medien zum Ukraine-Konflikt entsetzt“. Korinth ist mit einer Ukrainerin verheiratet, reist regelmäßig dorthin und hat viele persönliche Kontakte.

Ulrich Teusch lebt als freier Publizist in Edermünde bei Kassel. Für sein SWR-Feature „Nicht schwindelfrei – Über Lügen in der Politik“ erhielt er 2013 den Roman- Herzog-Medienpreis. Im Dezember 2015 lief dann sein viel beachteter SWR-Beitrag „Vertrauen ist gut … Die Medien und ihre Kritiker“. Weitere Publikationen sind „Die Katastrophengesellschaft: Warum wir aus Schaden nicht klug werden“ und die „Lückenpresse“, in der er die Mainstreammedien als im Siechtum befindlich beschreibt. Gründe dafür seien die „Unterdrückung wesentlicher Informationen und das Messen mit zweierlei Maß. Beide Defizite sind in unserem Mediensystem strukturell verankert“, heißt es im Klappentext.

Fritz Pleitgen war Auslandskorrespondent sowohl in Moskau als auch in Washington. Nach eigenen Aussagen hat diese Erfahrung sein Denken geprägt und Pleitgen wiederum prägte die Eindrücke derer, die seine Beiträge sahen. Fritz Pleitgen hat in sehr jungen Jahren als Zeitungsreporter angefangen, bekam dann Angebote vom WDR Fernsehen, danach vom WDR Rundfunk, wo er immer größere Verantwortung übernahm und später Intendant des WDR wurde. Vielen Fernsehzuschauern ist er noch als Korrespondent in Ost-Berlin zur Zeit der Wende in Erinnerung und als Moderator des Presseclubs (1993 – 2006) bekannt. Er kennt Russland seit vielen Jahrzehnten und hat den Wandel über einen langen Zeitraum mitverfolgen und kommentieren können.

Moderation
Walter van Rossum, medienkritischer Investigativjournalist, ehemaliger Moderator der „Funkhausgespräche“ des WDR

Insgesamt ist es wichtig, wieder das Gespräch mit Russland zu suchen und vor allem auf Augenhöhe miteinander zu reden. Die Diskussionsrunde vereint vier kritische Kenner der Konflikte und der Medien.

In Kooperation mit dem Kölner Friedensforum, Lutherkirche Südstadt, VHS Köln, Städtepartnerschaftsverein Köln - Wolgograd e.V., ver.di Köln-Bonn-Leverkusen

Eintritt frei


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